Materialien und Farben erleben und begreifen




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Freitag, 24. Juli 2009

Die Kleider des Tutanchamun...

...waren aus purem Gold. Das könnte man annehmen, war er doch in zwei vergoldete Sarkophage und einen dritten aus reinem Gold gebettet. Statt prunkvoller Königsgewänder war er in die typischen Mumienwicklungen gekleidet.
Für mich hoch interessant waren die Funde aus den Grabbeigaben. Neben all den Schätzen, seinen Wagen, seinen Betten, seinen Waffen, seinem Schmuck... erstaunten mich seine Handschuhe und vor allem seine Socken!!! In der heutigen Zeit, in der das Sockenstricken wieder ganz aktuell ist, könnte er durchaus mit halten.
Im Ägyptischen Museum in Kairo darf man nicht fotografieren. Die Kameras werden vor dem Betreten der Kontrollterminals in einfachen Pappkartons am äußeren Wachposten hinterlegt. Da wir das wussten, hatten wir unseren Fotoapparat gleich im Bus gelassen. Heimliche Fotos mit dem Handy wollte ich nicht machen.
So habe ich einige Tage im Internet nach Fotos von eben jenen Handschuhen und Socken gesucht und nun endlich welche gefunden. Das Griffith Institute des Ashmolean Museum in Oxford UK hat die komplette Fotodokumentation von der Graböffnung im Jahr 1922 und den folgenden ins Netz gestellt. Diese unterliegt natürlich dem Urheberrecht, mit dem ich nicht in Konflikt geraten will. Daher habe ich den Link zu den Originalfotografien von Harry Burton aus den Howard Carter Archives hier eingefügt. Auf den Seiten 018 und 019 sind sie, die Handschuhe und Socken. Insgesamt gibt es 93 Seiten mit Bildern von dieser Entdeckung. Wer also auch all die anderen Alltagsgegenstände aber auch Schätze anschauen mag, der kann das in aller Ruhe hier:

Samstag, 18. Juli 2009

Wir sind wieder hier...

...von da, wo die Sonne immer scheint. Nicht eine noch so kleine Wolke trübte unseren Urlaubshimmel. Die Hitze von über 40°C konnten wir sehr gut ertragen, da die Luftfeuchtigkeit im Wüstenklima sehr gering ist. Und das Meer sorgte zwar nicht für eine Abkühlung, eine Erfrischung zwischendurch war es schon...
Hinter uns liegen ereignisreiche, eindrucksstarke und erholsame Ferienwochen. Ich habe diese andere Welt intensiv empfunden und natürlich viele meiner Eindrücke als neue Ideen und Inspirationen mitgebracht. Farben, Formen, Gerüche, Geräusche und das besondere Licht zählen dazu. Die Architektur der Gebäude und Gärten, die zierenden Ornamente, wie nebenbei selbst an den ärmlichsten Häusern eingefügt, Felsformationen...einfach alles lädt ein, kreativ zu sein.
Hier nur ein kleiner Teil der unglaublichen Vielfalt:

Ein Kamel in der Wüste ist ja nicht so selten und besonders. Dieses hier, finde ich, ist es schon: So sind alle meine Sinne gefordert gewesen und gefördert worden. Es ist immer wieder ein Abenteuer, auf Reisen in andere Welten einzutauchen, vorausgesetzt, man ist bereit, sich darauf einzulassen. Für mich eine perfekte Art, einen Teil meiner Eindrücke direkt auszudrücken war das Stricken. Das Garn hatte ich ja bereits vor der Reise passend gewählt. Es sind die Farben der Beduinen, die gerade auf dem Sinai noch recht traditionell leben. Natürlich sind die Begegnungen von Touristen und Beduinen nicht wirklich traditionell, eher touristisch vermarktet. Aber ein Hauch von Ursprünglichkeit ist zu spüren, wenn man genau hin schaut und hört.

So habe ich ganz ohne Anleitung oder Muster einfach drauf los gestrickt, in jeder einzelnen Masche das Land festgehalten, typische Ornamente in Lace umgesetzt.

Das Tuch ist mein ganz besonderes Souvenir. Es ist 350 x 105 cm groß und wiegt 115 g. Verwendet habe ich Evilla Artyarn (8/1), gekauft bei Die WollLust und mit Nadelstärke 5 verarbeitet. Ein Ersatzstrickzeug mit einer einfachen Stricknadel, deren Verlust ich notfalls verschmerzen kann, hatte ich auf beiden Flügen im Handgepäck und habe es auch immer ohne Probleme durch die Kontrollen gebracht. Aber wir haben unsere Reise nicht nur mit Genuss und Handarbeit verbracht, sondern wir haben uns auch gebildet. Auf einem Ausflug nach Kairo, der Mutter aller Städte, dem Zentrum der Islamischen Welt, der 20 Millionen Metropole... erlebten wir Glamour und Chaos, Verkehrsinfarkt und Altertum, Moderne und Armut ganz nah beieinander, alles zugleich. Die Stadt wirkte auf mich faszinierend und beängstigend, so geballt stürzten die Emotionen über uns herein. Die Schätze im Ägyptischen Museum scheinbar achtlos in die Räume gestellt, mehr einem Lager ähnlich, als einem der bedeutendsten Museen der Welt. Und doch von so großer Schönheit. Ehrfurcht erfüllte mich vor den Grabschätzen der Pharaonen mehr als 4000 Jahre alt und dabei völlig intakt. Nun, das neue Gebäude für all die Kostbarkeiten befindet sich bereits im Bau und wird voraussichtlich 2012 fertig gestellt. Ein weiteres Ehrfurcht gebietendes Erlebnis war die hautnahe Begegnung mit den Pyramiden von Gizeh. Auf einem Hügel, da wo der Moloch in die Wüste übergeht thronen sie wahrhaft majestätisch. Hier beende ich meinen ersten Reisebericht, denn dafür Worte zu finden ist kaum möglich, diesen Anblick muss man einfach auf sich wirken lassen...